Sozialstaat reformieren: AWO legt Konzept gegen Armut vor

ifo-Studie zeigt: Weniger Armut und mehr Beschäftigung durch Zusammenlegung von Sozialleistungen

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Berlin. Die Debatte um die Reform des Sozialstaats gewinnt an Dynamik. Im Auftrag des AWO Bundesverbandes hat das ifo-Institut untersucht, wie die Zusammenlegung von Grundsicherung, Wohngeld und Kinderzuschlag ausgestaltet werden kann, um Armut wirksam zu reduzieren und gleichzeitig Erwerbstätigkeit stärker zu fördern.

Armutsbekämpfung und Arbeitsmarkt zusammen denken

Der von der AWO vorgeschlagene Reformansatz sieht vor, zentrale Unterstützungsleistungen für erwerbsfähige Menschen in einer Leistung mit einem einheitlichen Einkommensbegriff zusammenzuführen. Zusätzliche Instrumente wie ein Erwerbsbooster und ein Freibetrag für Alleinerziehende sollen gezielt Anreize für sozialversicherungspflichtige Beschäftigung schaffen.

Laut Studie könnte die Armutsgefährdungsquote um 0,9 Prozentpunkte sinken. Gleichzeitig könnten rund 322.000 Menschen den Weg aus der Arbeitslosigkeit in Beschäftigung finden.

AWO-Bundesvorstand Dr. Marvin Deversi betont, dass die Zusammenlegung zentraler Leistungen in Verbindung mit gezielten Anreizen für Erwerbstätigkeit sowohl die Armutsgefährdung senken als auch das Arbeitsangebot erhöhen könne. „Die Verbesserung von Arbeitsmarktchancen und Armutsbekämpfung sind keine Gegensätze, sondern zwei Seiten einer Medaille.“

Gezielte Unterstützung für Familien und Menschen mit geringem Einkommen

Nach den Berechnungen des ifo-Instituts würden insbesondere Haushalte mit niedrigen Einkommen, Familien mit Kindern und Alleinerziehende von dem Reformansatz profitieren. Im Vergleich zu einer pauschalen Erhöhung des Kindergeldes könne die Unterstützung zielgerichteter wirken und zugleich positive Effekte auf den Arbeitsmarkt erzielen.

Der AWO Bundesverband fordert die Bundesregierung auf, die Vorschläge bei den laufenden Reformüberlegungen zu berücksichtigen und zügig umzusetzen.

Mehr zur Studie und den Reformvorschlägen des AWO Bundesverbands finden Sie hier.
 

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