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Wege aus der Krankheit zeigen

Unsere Angebote für Menschen mit psychischer Erkrankung

Lahr

AWO Hedwig-Wachenheim-Haus

Unsere Gärtnerei

Gedanken von Arbeitstherapeut Andreas Lillig

'Herr, es ist Zeit, der Sommer war sehr groß...' und hat uns reichlich mit seinen vielfältigen Gaben beschenkt! Hier in unserer kleinen Biogärtnerei hinter dem Wohnheim, wo so mancher Besucher des Hauses, wenn er oder sie die Treppen zu dem terrassierten Gartengelände emporsteigt, überrascht fragt: 'Was, das gehört alles noch zum Hedwig-Wachenheim-Haus?' Nach den Gewächshäusern, die zur Anzucht der vielen Gemüse-, Kräuter- und Blumenjungpflanzen genutzt werden, liegen die Freilandbeete mit über 30 verschiedenen Kulturen – alles in Bio-Qualität, versteht sich. Fleißige Mitarbeiter/-innen gärtnern täglich in der Arbeitstherapie, pflegen den Kompost, säen, jäten, hacken, pflanzen und ernten, was dann größtenteils in der Küche zu leckeren Mahlzeiten zubereitet wird. So ergänzen sich die beiden 'Betriebszweige' Garten und Küche und arbeiten Hand in Hand. Überschüsse werden konserviert und für die Vorratshaltung eingelagert.

Das therapeutische Potential, das in der Gartenarbeit steckt und das wir durch jahrzehntelange Erfahrung sinnvoll nutzen, lässt sich anhand verschiedenster Metaphern erahnen: 'Als Mensch den Boden unter den Füßen verlieren', da kann der Garten wieder ein 'Grund' sein, auf dem man fest steht, sich beheimatet fühlt, vielleicht sogar verwurzelt. Oder 'Die Früchte seiner Arbeit ernten', da wird das Prinzip von Ursache und Wirkung sehr deutlich. Daher ist es erforderlich, dass das gesamte Gartenjahr erlebt wird, von der Aussaat bis zur Ernte. Oder 'Mit der Wurzel ausreißen', d. h. nicht nur 'an der Oberfläche kratzen', sondern gründlich und mitunter auch pingelig sauber ein Beet jäten. So ließen sich noch viele Beispiele finden, bei denen die Arbeit im Garten zum Sinnbild wird unseres menschlichen Lebens, unserer Nöte, Ängste, aber auch unserer Freude oder unseres Glücks.

Noch gilt es jetzt im Herbst die letzten Früchte zu ernten, Beete abzuräumen und kleine Reparaturarbeiten zu verrichten. Gleichzeitig aber träumen wir beinahe schon von neuen Projekten, von einem größeren Kartoffelacker im nächsten Jahr oder von einer kleinen Hühnerschar, die uns mit frischen Eiern versorgt – wer weiß? Lassen wir unsere Phantasie dem Winter entgegenblühen und uns von dem schönen Garten hier im Hedwig-Wachenheim inspirieren!