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Lahr

AWO Hedwig-Wachenheim-Haus

Taubergießenausflug

"Warum denn in die Ferne reisen, wenn das Gute liegt so nah!" Nach diesem Motto haben sich am vergangenen Freitag, 16. Oktober 2020, insgesamt 14 Bewohner und Mitarbeiter des Hedwig-Wachenheim Hauses bei bescheidenen Wetterverhältnissen auf den Weg gemacht, den schönen Taubergießen per Boot zu erkunden.

Unsere Kahnkapitäne warteten bereits am „Hafen“ in Rheinhausen, ca. 30 Minuten von Lahr entfernt. Mit Proviant, warmer Kleidung, bester Vorfreude und coronakonform gerüstet bestiegen wir die beiden Boote. Und schon ging es an den ersten Grau- und Silberreihern, Schwänen und Enten vorbei durch die Erlenwaldlandschaft dieses größten Naturschutzgebietes Baden-Württembergs.

Unzählige unterirdische Quellen, sog. Gießen, speisen die weitverzweigten Zuflüsse des Taubergießen. Hier findet man eine reiche Flora und Fauna, die nicht zuletzt durch den blauschimmernden Eisvogel geprägt sind. Blitzschnell jagt er im Flug über die Wasseroberfläche kleine Fische und brütet in den Höhlen am Flussufer. Seine Nachbarn heißen Nutria, Bisamratte und Biber. Im Wasser tummeln sich viele Weißfische, wie Rotaugen, Brassen und Schleien, aber auch Räuber wie Hecht, Zander und Welse (Waller) mit teilweise stattlicher Größe von bis zu 1,7 m.

Indianergleich glitten wir sanft an alten Totholzbäumen vorbei, die in ihrem morschen Holz viele Gäste wie die Wildbienen und Hornissen beherbergen, aber auch von den verschiedenen Spechtarten wegen dem reichen Futterangebot gerne besucht werden.

Mitunter wurde unsere ruhige Fahrt durch willkommene kleine „Wasserfälle“ oder Wasserrutschen deutlich turbulenter, denn wir mussten da durch! Kurzes Luftanhalten und dann in Schussfahrt huchhuu… mindestens 20 km/h – und Erleichterung. Das stabile Aluboot hielt den Wellen und Turbulenzen stand und mancher Mitfahrer wurde übermutig ob solcher wilden Fahrt, dass er sich sogar breitbeinig hinstellte und triumphierend die Überwindung dieses Abenteuers feierte (Leonardo di Caprio würde vor Neid erblassen!).

Zu guter Letzt, nach beinahe zwei Stunden Fahrtzeit, die durch interessante Informationen unseres Kapitäns sehr kurzweilig gestaltet war, landeten wir in der Nähe des Europa Parks.

Nun galt es, den Weg zu unseren Autos zu Fuß zurückzulegen. Normalerweise wären die 4,2 km in ca. einer Stunde zu schaffen. Doch das war uns zu einfach, und so verliefen wir uns mittendrin um ein gehöriges Stück. Am Ende waren es dann fast 8 Kilometer geworden, aber alle waren wohlauf und sich einig: Das war zwar anstrengend, aber ein tolles Erlebnis – und das gerade vor unserer Haustüre!